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Joe Kubert spricht über seine Arbeitsweise

Joe Kubert, einer der einflussreichsten Zeichner in der Geschichte der amerikanischen Comics hat bereits in den 40er Jahren des vorigen Jahrhunderts Comics gezeichnet und veröffentlicht und war bis kurz vor seinem Tod am 12. August 2012 aktiv. Seine Arbeiten im Kriegs- und Westerngenre, seine Tarzan-Interpretation und unzählige Covers insbesondere für DC-Comics sind legendär. 1976 gründete er die Joe Kubert School of Cartoon and Graphic Art, wo spätere Profis wie Matt Hollingsworth, Stephen Bissette, Rick Veitch oder Amanda Conner ihr Handwerk lernten. Kuberts Zeichenbuch Superheroes – Joe Kuberts wonderful world of Comics zählt zu den besten Referenzen für das Superheldengenre.

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Joe Kubert’s Tor

In diesem kurzen Youtube-Interview erklärt Joe Kubert seinen Arbeitsprozess.

Er betont, dass es die wichtigste Aufgabe des Cartoonisten ist, eine Geschichte zu erzählen: Wer die schönsten Bilder zeichnet, die aber die Geschichte nicht voranbringen, hat seine Aufgabe verfehlt. In seinem Arbeitsprozess konzentriert sich Kubert zunächst auf die Geschichte und schreibt sie nieder, erst dann beginnt er die Seiten zu skizzieren, wobei jedes Bild einen Storypunkt rüberbringen muss: Ein Bild-eine Handlung. In der Layout-Phase arrangiert er die Bilder oftmals um, um der Geschichte den Raum zu geben, den sie braucht. Das Lettering ist ein wesentlicher Teil der Komposition. Daher gehört es zu den Aufgaben des Zeichners, zu bestimmen, wo die Texte hinkommen, auch wenn er sie nicht mehr händisch hineinschreibt sondern digital einfügt.
Auf Youtube und anderswo im Netz kann man weitere Videos mit Kubert finden. Ich finde es schön, dass uns damit neben der gigantischen Hinterlassenschaft an wunderbaren Comics auch persönliche Aussagen dieses großen Comic-Künstlers erhalten bleiben.

Gigi, Forest und Steranko zeichnen ein Gemeinschaftsbild


Robert Gigi, Zeichner von Scarlet Dream, Jean-Claude Forest, der Schöpfer, Autor und Zeichner von Barbarella und der Amerikaner Jim Steranko (Nick Fury, Captain America) – Anfang der 70er Jahre im französischen Fernsehen. Zusammen zeichnen sie auf einem großen Papier – es entsteht ein seltsames, phantastisches Bild. Die Handschrift jedes einzelnen Künstlers bleibt klar erkennbar, trotzdem bildet sich ein harmonisches Ganzes. Es erinnert mich an das surrealistische Verfahren Cadavre Exquis. Schade, dass sich dieses Sendungsformat nicht durchgesetzt hat!