Skull Party 1 von Melanie Schober

<img src="http://zeichenkurs.at/wp-content/uploads/2013/08/skullparty1-209×300.png" alt="Titelbild von Skull Party 1" title="skull party 1" width="209" height="300" class="size-medium wp-image-433" srcset="http://zeichenkurs visit the site.at/wp-content/uploads/2013/08/skullparty1-209×300.png 209w, http://zeichenkurs.at/wp-content/uploads/2013/08/skullparty1.png 418w“ sizes=“(max-width: 209px) 100vw, 209px“ />

Cover ©2013 by Carlsen Verlag/ Melanie Schober

Die österreichische Mangazeichnerin Melanie Schober zeichnet in ihrem neusten Werk Skull Party das düstere Bild einer nahen Zukunft: Die Gier vorangegangener Generationen hat den Planeten zerstört, die Umwelt ist verpestet, die Polkappen abgeschmolzen und in den überfluteten Städten herrscht eine Oligarchie, die kein abweichendes Verhalten duldet und die Bürger mit Drogen und leichter Unterhaltung ruhigstellt.
Aus diesem Leben im dumpfen Gleichklang will der Teenager Emil Schwarz ausbrechen, er bleibt dem Erziehungsinstitut fern, und wird bald von Killern gejagt, als er auf ein Geheimnis stößt, das den Bestand der Diktatur gefährden könnte.
In Skull Party 1 beginnt eine Geschichte, die für ein etwas älteres Publikum bestimmt ist als der Großteil der in Deutschland publizierten Manga. Es ist ein Thriller, der sich an ältere Jugendliche und Erwachsene richtet und den Vergleich mit anderen „erwachsenen“ Manga-Thrillern wie Osamu Tezukas Kirihito oder Urasawa Naokis Monster nicht scheuen muss. Auch das Erscheinungsbild des Bandes setzt sich klar von üblichen Mangaproduktionen ab: Das Titelbild ist auf den ersten Blick nicht als Mangatitelbild erkennbar, könnte ebenso gut für einen Kriminal- oder Horrorroman bestimmt sein. Und anders als die meisten Manga ist Skull Party in westlicher Leserichtung gezeichnet, was mit der Leserichtung der deutschen Sprache in den Textblöcken übereinstimmt und den Lesegewohnheiten eines etwas älteren Publikums entgegenkommt.
Die Geschichte hat mich geradezu reingesogen, da sich die Erzählung ganz auf die Hauptfigur konzentriert – mit wenigen Ausnahmen erleben wir die ganze Handlung aus der Sicht von Emil Schwarz. Er und auch die Nebenfiguren werden sehr fein durch ihre Handlungen und Aussagen charakterisiert, so dass man gleich ein Gefühl für sie bekommt, als würde man sie ewig kennen. Zudem geht die Prämisse dieser Zukunftswelt von Tendenzen aus, die in unserer Gegenwart zu beobachten sind, vor allem dass Außenseitertum als Krankheit definiert und folglich pharmakologisch behandelt wird (man denke nur an den jährlich steigenden Ritalinverbrauch). Man hat als Leser das Gefühl, wenn wir es nicht bald auf die Reihe kriegen, könnte die nahe Zukunft tatsächlich so ähnlich aussehen, und kaum hat man diese Zukunftswelt als glaubhaft akzeptiert, nimmt man auch mutierte Insekten und Zombiehorror mit, da die phantastischen Elemente so raffiniert in die wahrscheinlichen eingebettet sind.
Hier beginnt ein spannender Thriller, und niemand legt einen spannenden Thriller nach dem ersten Viertel gern aus der Hand, aber die Leser müssen das jetzt mal die nächsten Monate tun, denn der zweite Band soll im Dezember erscheinen und die ganze (erste) Geschichte ist auf vier Bände angelegt. Da bleibt am Ende des ersten Bandes einiges offen, zumal die Handlung an einem Spannungshöhepunkt abbricht, und man ist gespannt, wie sich das weiter entfalten soll, was es mit den geheimnisvollen Kristallschädeln und einer mysteriösen Gestalt mit Vogelmaske auf sich hat, die in Emils Träumen erscheint. Fazit: Anspruchsvolle Manga-Unterhaltung mit Tiefgang und Spannung pur.

Gigi, Forest und Steranko zeichnen ein Gemeinschaftsbild


Robert Gigi, Zeichner von Scarlet Dream, Jean-Claude Forest, der Schöpfer, Autor und Zeichner von Barbarella und der Amerikaner Jim Steranko (Nick Fury, Captain America) – Anfang der 70er Jahre im französischen Fernsehen. Zusammen zeichnen sie auf einem großen Papier – es entsteht ein seltsames, phantastisches Bild. Die Handschrift jedes einzelnen Künstlers bleibt klar erkennbar, trotzdem bildet sich ein harmonisches Ganzes. Es erinnert mich an das surrealistische Verfahren Cadavre Exquis. Schade, dass sich dieses Sendungsformat nicht durchgesetzt hat!